Das musikalische Zentrum für Kay Johannsen ist die Stiftskirche Stuttgart, Hauptkirche der Stadt und der Region. Hier leitet der Stiftskantor und Kirchenmusikdirektor die Ensembles Stuttgarter Kantorei, solistensensemble stimmkunst, Stiftsphilharmonie Stuttgart sowie Stiftsbarock Stuttgart und verantwortet als künstlerischer Leiter der Stiftsmusik Stuttgart unter anderem die wöchentliche Stunde der Kirchenmusik mit jährlich 20.000 Zuhörern. Eine nicht versiegende Inspirationsquelle ist für ihn die Mühleisen-Orgel der Stiftskirche mit 81 Registern auf vier Manualen aus dem Jahr 2004.

 

Im Jahr 2012 dirigiert Johannsen mehrere Konzerte im Rahmen des Zyklus' "Bach : vokal", darunter Bachs Messe h-Moll am Karfreitag. Im Mai wird sein neues Schlagzeugkonzert uraufgeführt. Ebenfalls im Mai ist er als Organist im Oriental Arts Centre in Shanghai sowie im National Centre for the Performing Arts in Beijing zu hören. Im August tritt er beim Rheingau Musikfestival auf. Die Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Kammerorchester setzt er im Dezember mit Konzerten in der Schweiz und in Stuttgart fort.


Kay Johannsen beschäftigt sich intensiv mit der Orgelmusik von Johann Sebastian Bach und spielte 1997 und 2007 Aufführungen des Gesamtwerkes, wobei der Zyklus 2007 auf 17 CDs (Produktion der Stiftsmusik) dokumentiert ist. Für die edition bachakademie bei hänssler nahm er fünf CDs auf, die mit Preisen wie dem Diaposon d'or sowie dem Goldenen Bobby des Verbands deutscher Tonmeister ausgezeichnet wurden. Als Cembalist und Kammermusiker hat er weitere Gattungen der Bachschen Musik umfassend gepflegt, von den Goldbergvariationen über das Musikalische Opfer bis zu den Brandenburgischen Konzerten.


Ausgehend von einer profunden Auseinandersetzung mit der Alten Musik spielt Kay Johannsen heute in seinen Orgelkonzerten neben Bach und Improvisationen vor allem Werke der deutschen und französischen Romantik, was sich auf 12 Solo-CDs mit Werken von Bach, Mendelssohn, Brahms, Franck, Reger, Widor und Vierne (24 Pièces de Fantaisie in der Frauenkirche Dresden bei Carus) niederschlägt.

 

Kay Johannsen ist leidenschaftlicher Improvisator, wobei sein Stil in der Harmonik zurzeit an Tournemire, Alain und Duruflé erinnert, formal vielfältig ist und rhythmisch Einflüsse des Jazz erkennen lässt. Choralgebundene Improvisationen zu Advent/Weihnachten und Passion/Ostern sind auf drei weiteren Solo-CDs bei Carus dokumentiert, die in kürzester Zeit große Verbreitung fanden.

 

Als Solist und Begleiter spielte Kay Johannsen mit vielen bekannten Ensembles. Er ist auf CDs zu hören mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado (Bach, Mozart), den Stuttgarter Philharmonikern unter Gabriel Feltz (Strauss, Scriabin) und (in den Psalmen von Charles Ives) mit dem SWR Vokalensemble unter Marcus Creed, zuletzt auch mit den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Beste Besprechungen erhielt die CD mit den Sechs Sonaten für Violine und Cembalo von J. S. Bach, die er mit der Geigerin Christine Busch für Carus eingespielt hat. 2010 ist bei Carus ferner die CD Ave Maria mit Geistlichen Gesängen von Joseph Gabriel Rheinberger mit Kay Johannsen an der Orgel erschienen, 2012 drei CDs mit alten Kirchenliedern unter dem Titel Aus meines Herzens Grunde.

 

Kay Johannsen gewann den Deutschen Musikwettbewerb als Organist und mit seiner Stuttgarter Kantorei 2006 den Deutschen Chorwettbewerb. Als Juror ist er heute regelmäßig beim Deutschen Musikwettbewerb oder bei internationalen Wettbewerben in Lausanne und Alkmaar gefragt.

 

Wie an der Orgel hat sich Kay Johannsen als Dirigent zunächst ausführlich mit der Alten Musik und der Musik Johann Sebastian Bachs beschäftigt und legt nun einen Schwerpunkt auf Werke des 19. bis 21. Jahrhunderts, von Beethoven und Brahms über Elgar und Mahler bis zu Schönberg, Berg und Rihm. Eine außerordentlich positive internationale Resonanz erhielt er für seine beiden CDs Göttlichs Kind mit Weihnachtsmusik von Telemann sowie Noël mit Werken von Charpentier, die er mit dem solistenensemble stimmkunst und dem Ensemble 94 für Carus und den SWR eingespielt hat. 2009 erschienen ist die Aufnahme der Messe As-Dur von Franz Schubert mit der Stuttgarter Kantorei und der Stiftsphilharmonie Stuttgart. Als Gast leitete er einen Orfeo-Abend mit Christine Schäfer und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker in Berlin, die Aufführung von Bachs Messe h-Moll mit dem Barockchor Seoul oder Konzerte mit dem Orchestre philharmonique de Strasbourg in der Stuttgarter Liederhalle. Mehrfach dirigierte er die Gächinger Kantorei, das Bach-Collegium Stuttgart und das Stuttgarter Kammerorchester. 2009 leitete er als Gast die Bachwoche der Internationalen Bachakademie Stuttgart. 2010 dirigierte er mit großem Erfolg Orffs Carmina burana in Shanghai und Beijing, 2011 erstmals Mahlers Zweite Symphonie. Kay Johannsen ist künstlerischer Leiter des Zyklus' "Bach : vokal", in dessen Rahmen er von 2011 bis 2021 die gesamte Vokalmusik Bachs in Stuttgart aufführt.

 

Neben dem Interpretieren an der Orgel und als Dirigent ist für ihn auch die eigene Kreativität wichtig. In den letzten Jahren entstanden vermehrt Kompositionen für Ensembles in verschiedenen Besetzungen, die auch im Rundfunk und Fernsehen übertragen wurden. Sein bisher größtes Werk ist die szenisch-musikalische Fantasie Nachtbus, die beim Musikfest Stuttgart 2010 uraufgeführt wurde. 2012 wird sein Schlagzeugkonzert uraufgeführt.

 

 

Stand: März 2012

 

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